Ist Biostrom wirklich bio?
Atomkraft, nein danke! Diesen Slogan kennen wir alle und lesen ihn oft täglich, ohne weiter darüber nachzudenken. Dabei muss gerade jetzt damit begonnen werden, damit 2017 die Lichter noch brennen. Denn dann soll der letzte Atomreaktor offiziell vom Netz gehen. Bis 2050 will Deutschland seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken. Der Fahrplan steht jetzt schon fest: Als erstes gehen die Atomkraftwerke vom Netz, gefolgt von den Kohlekraftwerken und dann aufgrund knapper Ressourcen die Erdgaskraftwerke. Experten vom Stromforum sagen, das ist bezahlbar und machbar.
Windparks und Solaranlagen
2010 deckten die erneuerbaren Energien rund 17 Prozent des Verbrauchs ab. Zu wenig bis jetzt. Antragsverfahren für neue Anlagen, wie Offshorewindparks, dauern viel zu lange. Aber auch an Land trifft Widerstand auf geplante Windparks. Umstritten und fragwürdig ist Öko-Strom aus Biomasse. Dabei werden Holz, Gülle oder Mais in einem Verfahren zu Biogas vergärt und anschließend verstromt. Aber ist das zu verantworten, wenn Energiepflanzen statt Nahrungspflanzen angebaut werden? Gülle und pflanzliche Abfallprodukte sind in Ordnung und ökologisch sinnvoll, aber industrielle Monokulturen sind zu stoppen. Bei der Wasserkraft ist in Deutschland das Potenzial ausgereizt, stattdessen könnte man in großen Mengen Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken importieren. Absolut wettbewerbsfähig ist der günstig hergestellte Solarstrom im eigenen Land. Zu sehen auf Dächern, Gebäuden und großen Industrieanlagen. Öko-Experten fordern mehr davon. Zusätzlich plant man Wüstenstrom für den europäischen Strommarkt. In den Kinderschuhen steckt die Nutzung der Geothermie, die im großen Stil Öko-Strom erzeugen könnte.
Erneuerbare Energiequellen
Grundsätzlich sind erneuerbare Energiequellen abhängig von einem neuen Stromnetz und Stromspeichern. Der Strom soll bei den Verbrauchern ankommen. Gebremst werden die Projekte durch fehlende Akzeptanz und aus Angst vor elektromagnetischen Feldern. Alternativ sollten Stromleitungen dann unter die Erde verlegt werden. Damit Biostrom wirklich “bio” ist, muss das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) konkretisiert werden. Anhänger von Ökostrom fordern daher zum Boykott auf: Keinen Euro für Atomstromkonzerne, stattdessen zu Ökostromanbietern wechseln.